Doch der Konkurrent Ford kam mit seinem GT40 immer dichter und
seine Möglichkeiten schienen grenzenlos zu sein. Beim 24-Studen-Rennen
von Le Mans 1965 kam dann der entscheidende Moment: Ferrari trat
mit seinen neuen 330 P’s an, es schien jedoch so als hätten
sie ohnehin keine Chance gegen den finanziell viel mächtigeren
Ford. Ein alter Freund von Enzo Ferrari, Luigi Chinnetti, trat als
hoffnungsloser Außenseiter mit einem alten 250 LM an. Niemand
nahm ihn wirklich ernst, doch als immer mehr der viel schnelleren
Autos rausflogen oder ihre Getriebe zerstörten kam sein großer
Moment: Sonntagnachmittag, 4 Uhr. Der Ferrari 250 LM wurde erster.
Dies war nach Enzo’s Biografie einer der bewegensten Momente
in seinem Leben.
Nach diesem Sieg wollte Enzo Ferrari seine 250er und 330er Ferraris
weiterbringen, doch die FIA machte ihm einen Strich durch die Rechnung.
Denn nur Fahrzeuge die mehr als 100 Mal gebaut worden sind durften
zukünftig teilnehmen. Enzo Ferrari hatte eine solche Zahl nie
geplant und hatte nebenbei auch gar nicht die finanziellen Mittel
dies zu realisieren. So wurde er zur Weltmeisterschaft nicht mehr
zugelassen. Oder? Enzo Ferrari wollte damit nicht leben und übermalte
das Rot und den Hengst einfach mit den blau-weißen Farben
des NART (North American Racing Team) und gewann 1964 die Meisterschaft.
Schließlich genehmigte die FIA Ferrari doch, leider zu spät
denn das Design war geändert.
Ferrari musste im Folgenden jedoch einsehen, dass sich die finanziellen
Bürden für den Rennsport nicht ohne weiteres tragen lassen,
und so wurde 1969 die Scuderia an Fiat verkauft. Enzo hatte damals
immer gesagt, dass es die normalen Straßenwagen nur aus dem
Grund produziert hatte um die Rechnungen für den Rennsport
zu bezahlen.
Enzo hatte Glück und schloss einen guten Vertrag mit Fiat ab,
so dass er die volle Kontrolle über die Scuderia behielt, und
nun das Geld von Fiat ausgeben konnte. Zusätzlich erhandelte
sich Enzo eine Rente auf Lebenszeit die Fiat eine Stange Geld kostete,
da Enzo 90 Jahre alt wurde.
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